Berlin wird Mitsprachestadt

05.08.2011

Renate Künast bei der Präsentation der Online-Kampagne

Berlin braucht eine Neue Politische Kultur – das ist der grüne Anspruch nicht nur für die Zeit des Wahlkampfs, sondern für die Zukunft unserer Stadt. Unser Versprechen an die Berlinerinnen und Berliner ist, sie mit ihren Sorgen und Anliegen ernst zu nehmen. Politische Entscheidungen wollen wir mit der Stadt zusammen treffen und nicht über sie hinweg. Das bedeutet, wir wollen genau zuhören, die Aufgaben, die uns gestellt werden, genau analysieren und gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern Lösungen erarbeiten.

Auf der heutigen Pressekonferenz haben die Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Renate Künast, Wahlkampfmanager Heiko Thomas und der Geschäftsführer der Online-Agentur Nest, Daniel Kruse die grüne Online-Kampagne vorgestellt. „Da müssen wir ran“ ist die Probe aufs Exempel für das Versprechen, dass Berlin mit uns zur Mitsprachestadt wird.

Wie Renate Künast betonte, „weiß Politik nicht immer alles besser.“ Das zeigt zum Beispiel die überdurchschnittliche Beteiligung der Berliner Bevölkerung an Volksentscheiden und Bürgerbegehren. Das Internet bietet – und fordert – ganz neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Bei den Bürgerinnen und Bürgern ist das längst angekommen: So sind beispielsweise 54% der Netzaktiven der Auffassung, dass das Internet die Demokratie verbessere. Für einen künftigen Senat stellen die demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten des Internet zugleich eine der größten Herausforderungen dar.

Wir von Bündnis 90/Die Grünen wollen genau dieses Demokratiepotenzial des Internet nutzen und die Berlinerinnen und Berliner ermutigen, ihre Sorgen und Ideen einzubringen. „Wir machen uns auf, mit Hilfe des Netzes Berlin besser zu regieren,“ so Heiko Thomas bei der Vorstellung der Kampagne. Unter dem bekannten Wahlkampfmotto „Da müssen wir ran“ können die Berlinerinnen und Berliner selbstbewusst und problemorientiert ihre Interessen äußern und mit ihren Vorschlägen unsere Stadt liebens- und lebenswerter machen.

Mitreden! Mitgestalten! Wir meinen es ernst mit der Mitsprachestadt. Und ein besonderes Bonbon: Das „Da müssen wir ran“-Tool ist auch mobil nutzbar. Mit einer iPhone-App, die übrigens auch unsere Plakate zum Sprechen bringt.

Aufgabe stellen, Antwort erhalten, Grüne treffen.

Kommentare

Liebe Grüne, ich bin über die Plakate von Frau Künast doch ein wenig entäuscht, sie wirken nicht überzeugend und wenig authentisch, Ich bin überzeugt Künast wäre eine gute OB, jedoch mit diesen Motiven wird es schwer.

Ich bin über die "Da müssen wir ran" Kampagne sehr irritiert. Haben die Grünen nicht genügend Spendengelder eingeworben, dass sie sich eine gute Werbeagentur leisten können?!? Hat niemand vor Beginn der Kampgane bemerkt, dass die 'Pfeile' immer auf die Brüste der weiblichen Kandidatinnen zielen? Hätte eine andere Partei solche Plakate aufgestellt, wäre der Sexismusvorwurf unverzüglich gekommen

Hallo zusammen, ich finde es ja schon sehr schade, dass diese "App" 1.) ausschließlich (zu erst?) ausgerechnet für das unfreiste aller mobilen Betriebssysteme angeboten wird, obwohl die Nutzer eines viel freieren Systems (Android) [1] die von iOS inzwischen deutlich übersteigen. Hier scheint es danach zu gehen, möglichst trendy und hipp zu erscheinen, denn nach den tatsächlichen Nutzerzahlen (oder gar nach dem eigenen Parteiprogramm — ja, in den grünen Programmen steht meist einiges zu freier Software). Und warum wird 2.) diese "App" nicht als FOSS realisiert? Das gleiche gilt übrigens für die bpb-App: http://heise.de/-1318901 ============== [1] Ich möchte hier nun gewiss keine Lanze für Android in Sachen FOSS brechen. Das Kontributions- und Releasemodell von Android ist grauenhaft (deswegen wünschen und hoffen ja viele immer noch etwas in der Richtung Maemo/MeeGo... :)) und der Marketplace ist ebenfalls vercloudet. Aber es gibt da schon erhebliche qualitative Unterschiede zu iOS (vgl. auch "1.4 Zum Verhältnis von freier und proprietärer Software" in http://www.micuintus.de/2010/10/27/die-gesellschaftliche-bedeutung-freier-software-und-offener-standards/). Von iOS kann man sich einige, wenige Pakte im Quellcode herunterladen, die freie Software sind. Aber kann ich mir, wie bei Android, aus den Sourcen ein funktionierendes Image bauen? Nein. Ja, ich weiß, bei Android geht das auch nur dann, wenn man die Treiber für das jeweilige Gerät hat und dieses sich flashen lässt. Das ist, wie gesagt, mehr als suboptimal, aber immerhin kann man sich—im Gegensatz zu iOS—aus den Android-Quellen ein funktionierendes OS-Image bauen, das z.B. im Emulator läuft. Es gibt auch (leider zu wenige) Devices, für sich ein Image aus den Quellen bauen lässt --- z.B. das Google Nexus S, der Openmoko Freerunner (Openmoko, ja, ich weiß...) oder das ODROID-A von hardkernel. Kann man so etwas wie http://l4android.org/ mit iOS machen?

Lieber "Micu",

vielen Dank für deinen Beitrag. Die Entscheidung, zuerst eine App für das iPhone zu entwickeln, ist gewiss nicht aus Gründen der Hipness o.ä. gefallen. Vielmehr waren wir für dieses "Wahlkampf-Bonbon" auf die Kooperation mit Junaio und deren Bilderkennungs-Software angewiesen. Die Entwicklung für die vielen verschiedenen Android-Endgeräte wäre schlicht zu kostenintensiv gewesen, eine Open Source-Lösung kam aufgrund des geschützten Quellcodes der Junaio-Software nicht infrage. Dennoch: Beide Apps sind nun auch unter Android zu nutzen, allerdings mit gewissen Einschränkungen, s. http://gruene-berlin.de/machs-mobil

Wir prüfen weitere Verbesserungsmöglichkeiten, da wir möglichst viele Berlinerinnen und Berliner mit unseren Apps erreichen wollen.

Viele Grüße,

 

Maike Janssen für die Online-Redaktion

Geehrte(r) Matzelein, / wie weit das den "Gesetzmäßigkeiten" eines Wahlkampfes entspringt und inwieweit das auch nachher noch Gültigkeit hat, hängt wohl insgesamt auch von der Beteiligungskultur zusammen und damit, aus eigener Sicht auch missliebige Entscheidungen hinzunehmen. / Über das Erstgeburtsrecht ließe sich trefflich streiten. Da käme bspw. die Schweiz sehr in Frage, was die Patenschaft für alles Nachgemachte dann angeht, aber auch fraglos die frühe und die kleine ddR - ich schreibe das absichtlich so. / Das war ja das, worin die ddR, soweit sie nicht als DDR groß aufgehängt und ideologisch verkauft wurde, demokratischer war als der Westen und als Gesamtdeutschland jetzt. / Sie wissen sicher, was ich meine. / Packen wir´s an. / Ob in Baden-Württemberg, in anderer Konstellation in NRW und Rheinland-Pfalz, gewiss auch in Berlin-Lichtenberg und gewiss auch in Darmstadt, unter wiederum anderer Konstellation. Herzliche Grüße Helmut Krüger

Die Idee ist nicht neu, sondern in Plagiat: In Berlin-Lichtenberg gibt es schon ein Mitspracherecht. Man nennt dies bei uns: "BÜRGERHAUSHALT" Volksentscheide gab es auch schon, nur dass die Beteiligung der Bürger sehr zu wünschen übrig lässt. Das liegt aber am Interesse und am Thema, weil es ja nicht alle Bürger betrifft oder interessiert. Also bitte, Frau Künast: KEINE PLAGIATE, denn davon haben wir ja schon genug auf Bundesebene erlebt, einschließlich der sehr schlechten "Kopien" im Bereich der Gesundheits- und Sozialpolitik, die es in ähnlicher und besser Form schon im Ost-Teil von Berlin gab. (Kinderbetreuung/Polikliniken/Hortbetreuung etc.)

Sehr geehrter "Matzelein",

Sie haben vollkommen recht: Die Idee der Mitsprache ist keine Erfindung der Berliner Grünen, sondern Grundprinzip von Politik überhaupt. Allein: Wie bei jeder guten Idee kommt es im Alltag vor allem auch auf ihre Umsetzung an. Und genau da wollen wir mit unserer Plattform "Da müssen wir ran!" sowohl vor als auch nach der Wahl ein neues Kapitel aufschlagen. Berlin will mehr Bürgerbeteiligung - und wir wollen da ran!

Mit den besten Grüßen,

Maike Janssen für die Online-Redaktion

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