Wir werden keinem Koalitionsvertrag zustimmen, der den Weiterbau der A100 festschreibt

28.09.2011

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Wir werden keinem Koalitionsvertrag zustimmen, der den Weiterbau der A100 festschreibt

In den Sondierungsgesprächen war ein möglicher Weiterbau der A 100 ein dicker Brocken der Verhandlungen. Denn beide Seiten haben sich vor der Wahl festgelegt. Der Regierende Bürgermeister hat sich deutlich für den Weiterbau und die damit verbundenen Investitionen in Berlins Infrastruktur ausgesprochen. Wir hingegen haben deutlich gemacht, dass wir keinem Koalitionsvertrag zustimmen werden, der den Weiterbau der A100 festschreibt. Wir haben letztlich einen Kompromiss errungen, der die Kernanliegen beider Partner berücksichtigt und eine neue Option schaffen wird.

Sollte es zu einer Regierung aus SPD und uns kommen, gäbe es eine Kehrtwende in der A 100-Politik des Senats: Das neue vorrangige Ziel wäre es, die Bundesmittel für den Weiterbau der A 100 umzuwidmen und das Geld nicht für einen Neubau sondern für andere Infrastrukturmaßnahmen zu verwenden. Faktisch bedeutet das ein Moratorium für die Autobahnverlängerung.  

Soweit zum Inhalt des Kompromisses, den wir mit der SPD vereinbart haben. Was wir NICHT vereinbart haben ist eine Forderung, die die SPD am Dienstag in die Welt gesetzt hat: „Falls eine Umwidmung der Bundesmittel nicht möglich sei, wird gebaut.“ Dem haben wir nicht zugestimmt und dem werden wir auch niemals zustimmen,

Wir sehen als Grüne durch den Kompromiss mit der SPD eine große und realistische Chance, den Weiterbau der A100 ein für alle Mal zu kippen. Es ist allerdings eine Chance, für die wir kämpfen und uns anstrengen müssen.

Was macht uns so optimistisch?

Zunächst einmal ist der Planfeststellungsbeschluss zur A100 noch gar nicht rechtskräftig. Erst im nächsten Jahr wird das Bundesverwaltungsgericht über die Klagen vom BUND und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit seinem grünen Bürgermeister Franz Schulz gegen den Weiterbau entscheiden. Sollte das Gericht den Planfeststellungsbeschluss kippen, ist das Projekt ohnehin tot.

Anderenfalls stellt sich immer noch die Frage nach der Finanzierung. Im Bundeshaushalt für 2012 sind die Mittel für den Weiterbau der A100 gar nicht eingestellt. Viele Experten vertreten die Einschätzung, das Geld wird aufgrund der Finanz- und Infrastrukturkrise des Bundes vor 2014 auf keinen Fall kommen, wenn überhaupt jemals.

Aber wenn die Mittel fließen, ist unser Kompromiss mit der SPD die Grundlage für das politischen Handeln und die Zielsetzung eines rot-grünen Senats: Wir wollen aktiv eine Umwidmung der Gelder betreiben und dafür sehen wir eine große Chance.

Verkehrsminister Ramsauer (CSU) hat auch deshalb nicht Recht, wenn er behauptet, eine Umwidmung sei gar nicht möglich. Schließlich gibt es Beispiele aus anderen Bundesländern, in denen genau das gemacht wird, was wir vorhaben. Dafür müsste Berlin lediglich andere Investitionen in den Erhalt der bestehenden Infrastruktur (Sanierung und Lärmschutz) anmelden. Die Absicht des CSU-Ministers ist allzu durchsichtig: Er verfolgt das Ziel, Rot-Grün zu verhindern und seine Freunde in der Berliner CDU an die Macht zu bringen. Unser Ziel ist Erhalt statt Neubau – übrigens ein Ziel, das Minister Ramsauer noch vor kurzem zu seiner politischen Maxime erhoben hat.

Die SPD hat aber auch mit der CDU Gespräche geführt. Die Entscheidung vor der Berlin steht, ist daher entweder eine Koalition aus SPD und CDU – der Beton- und Bankskandal-Koalition der 90er Jahre - oder eine Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit der Chance auf eine ökologisch-soziale Erneuerung Berlins. Von der Bildungspolitik über die Integration oder die Wirtschaftspolitik bis zur Klima- und Verkehrspolitik sind grüne Kernanliegen und Projekte mit der SPD umsetzbar.

In den Kitas und Schulen entscheidet sich die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Gemeinsam können wir Vertrauen in die Schulen zurückgewinnen und sie zu den Lernorten machen, auf die unsere Kinder und Jugendlichen einen Anspruch haben, den Ganztagsbetrieb ausbauen, diejenigen Schulen gezielt stärken, die es am meisten brauchen, und die Reformen so umsetzen, dass sie erfolgreich sind.

Wir wollen Mietsteigerungen begrenzen sowie bezahlbaren Wohnraum in der ganzen Stadt erhalten bzw. neu schaffen, mit den  Wohnungsbaugesellschaften und allen anderen Akteuren für dieses Ziel arbeiten und daran auch Berlins Liegenschaftspolitik neu ausrichten. Unser Klimastadtwerk kann zu einem Modellprojekt für die ökologisch-soziale Modernisierung von Berlins öffentlichem Gebäudebestand werden. Gekoppelt mit einem Klimaschutzgesetz, das ökologischen und sozialen Zielen verpflichtet ist, können wir in Berlin zeigen, wie Klimaschutz, die Anliegen von Mieterinnen und Mietern und eine zukunftsweisende Investitions- und Wirtschaftspolitik in Großstädten zusammengehen können.

Insgesamt sagen wir: Beim Thema A 100 und in vielen anderen Bereichen ist gemeinsam mit der SPD ein Aufbruch für Berlin möglich. Es besteht die Chance, Berlin ökologischer und sozialer zu machen. Und dafür sind wir bei der Wahl angetreten.

Mit freundlichen Grüßen,

Bettina Jarasch und Daniel Wesener, Landesvorsitzende

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Kommentare

als ehemaliger berliner bedaure ich das scheitern der verhandlungen.nur wegen 3 km autobahn für mich völlig unverständlich nun habt ihr den schwarzen gesockse tür und tor geöffnet-nicht wieder gut zu machen mich und viele meiner freunde habt ihr als wähler veroren

guuuut gemacht, jetzt gibt es Rot-Schwarz für Berlin. Das findet ihr jetzt besser als die kleine Kröte "Ausbau A100" zu schlucken? Ihr hättet so viel erreichen können für Berlin. Nun schaut ihr nur zu.... Bisher waren Die Grünen für mich immer das kleinste Übel aber das hat sich jetzt geändert. Ich weiss wirklich nicht was euch geritten hat. Sehr schade, wirklich sehr schade. Meine Stimmen habt ihr jedenfalls verloren.

Die Ölpreise werden schon bald aufgrund steigender Nachfrage und gleichzeitig sinkendem Angebot rapide in die Höhe schnellen, Autofahren wird zum Luxus werden. Mit dem Bau der A100 setzt die Politik wieder mal auf´s falsche Pferd. Dies nenne ich keine zukunftsorientierte Verkehrspolitik. Alternativen zum Auto ohne Mobilitätseinschränkung, das ist das Zauberwort und ich glaube, hierfür stehen die Grünen ein. Rot/Schwarz, das geht schon mal garnicht!!! Nicht mit mir! Die SPD hat mit mir einen bislang sehr treuen Wähler verlohren, und zwar auf Dauer! Aber Ihr Grüne habt dafür künftig einen treuen Wähler mehr.

Ist doch wirklich interessant, was die SPD für eine Betonpartei ist. Anstatt den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, will sie 3,2 km Stadtautobahn bauen, die sage und schreibe 420 Mio Eur kostet. Eine Stadtautobahn passt doch nun wirklich nicht mehr in die heutige Zeit. Gut , dass die Grünen mal konsequent sind und somit aufzeigen, wie es um die SPD wirklich bestellt ist. In Hamburg hat die, ach so moderne SPD ja auch die Stadtbahn verhindert.

was für eine politische dummheit sich so selbst vorzuführen wegen einem stück autobahn sich schon vorab so dummdreist festzulegen bei allem verständnis der anwohner wegen a100 in dieser stadt gibt es mehr probleme: mieten, wirtschaft ... seit 1980 wähle ich euch in 5 jahren ganz sicher nicht mehr meine stimme seid ihr los

Fein hingekriegt: Viele gute, auch stadtplanerische Ideen werden jetzt nicht realisiert, weil eine symbolische Vorgabe wichtiger ist. Das sind nicht die Grünen, die ich gewählt habe. Schon vor der Wahl hat sich mir der Magen gedreht ... Berlin lebenswerter und gesünder machen: einverstanden. Berlin zum Dorf ohne Umgehungstraße: Nein danke!

Ich habe die Grünen gewählt weil mich ihr Program in der Breite überzeugt. Das jetzt meine Stimme wegen einer betonierten Position und strategischer Überlegungen vollkommen nutzlos wird macht mich wütend. Schwarz-Rot ist ganz sicher nicht was ich wollte.

Verhandlungen gescheitert - schade, aber folgerichtig. Meine Stimmen habt Ihr das nächste Mal wieder.

folgerichtig? die stadt nicht nach vorne zu bringen? folgerichtig niedrige mieten zu schützen? folgerichtig 'grüne' industrie anzusiedeln? fundamentalopposition war in den 80igern wütend woldgang

Wer Strassen baut, wird Verkehr ernten. Noch mehr Verkehr braucht Berlin nun wirklich nicht.

kauf dir doch ein pferd !!!!

Was für eine kluge These! Das werden sich vermutlich schon die Römer gedacht haben, als sie mit dem Straßenbau anfingen. Oder geht es beim Straßenbau vielleicht doch eher um die Lenkung von Verkehr auf geeigneten Bahnen? Hm...

Im übrigen wird hier nicht nur die Autobahn schön geredet, sondern auch der angebliche Wählerwille. Es wurde eben nicht Rot-Grün, sondern mit 28 zu 23 Prozent Rot/Schwarz gewählt! Das war der Wählerwille und nichts anderes. Aber genau das wird jetzt zerredet wie irgend so ein diffuser angeblicher "Kompromiss"!

>Es wurde eben nicht Rot-Grün, sondern mit 28 zu 23 Prozent Rot/Schwarz gewählt!< Leider hast Du Recht. Aber Rot/Schwarz kann ganz bestimmt nicht der wahre Wählerwille sein, dies ist der Wille Wowereits. Schade, dass man auf dem Wahlschein nicht zusätzlich zur Partei einen Koalitionspartner vorschlagen kann. Ich wähle künftig Grün!

Ich bin für die Autobahn, also lasst sie bauen!

Ich verstehe nicht, was gegen die Autobahn spricht. Für die Autobahn spricht ja das der Verkehr in den Wohngebieten dann entlastet wird, der Lärmpegel verringert wird und auch das Fahrradfahren somit sicherer wird. Die dicken Brummis sollen auf der Autobahn fahren und nicht durch den Kiez.

Ich bin ein Grün-Wähler, jedoch für den Autobahnbau. Lange Zeit wurden die Mieter der Oberlandstraße mit dem Verkehr durch die Innenstadt geqält. Jetzt ist es eine beruhigte Zone. Wäre schade, wenn die Koalition daran scheitern würde.

Meine Familie hat das Bündnis 90 / Die Grünen gewählt, weil ihr Themenspektrum sich nicht auf 3,2 km Autobahn beschränkt. Denn wenn ich mit meiner Familie nicht mehr im Innenstadtbereich wohnen kann, weil die Mieten das nicht zulassen, dann werde ich in die Außenbereiche ziehen, mir ein Auto anschaffen und die Partei 'ökologisch und sozial' nicht mehr wählen. Das sollten die Verhandlungs - Koalitionverhandlungspartner dieser Partei nicht vergessen. Ökologisch nachhaltig ist das Credo und die soziale Komponente ist dafür die Grundvoraussetzung. Deshalb ist Euer 'UND' zwischen 'ÖKOLOGISCH' und 'SOZIAL' schon falsch. Wie wäre es mit einem Bindestrich (/)?! Als Stammwähler dieser Partei habe ich Verständnis für euer Säbelrasseln mit der SPD. Streitet mit der SPD um 3,2 km Autobahn, aber vergesst nicht das größere Ganze aus den Augen. Denn zurückrudern ohne Gesichtsverlust tut weh und kostet Glaubwürdigkeit. Also: Mit Herz und Verstand gegen den Autobahnbau und nicht zu sehr das Hirn asphaltieren und mit Positionen zubetonieren. Sonst ist Eure Nachhaltigkeit für grosse Teile der Berliner Bevölkerung nicht mehr zu erkennen und ihr werdet zu Snobs, die, ob Ökos oder nicht, keiner braucht. GerdBrück

Ich frage mich, ob eine komplett untertunnelte Autobahn nicht ein guter Kompromiss wäre. Das wäre zwar wesentlich teuerer, aber es würden auch nicht so riesige Gebiete unbewohnbar. Meines Erachtens würde es die gegensätzlichen Positionen versöhnen können. Auf der einen Seite eine lebenswerte Stadt und auf der anderen Seite leistungsfähige Verkehrsadern.

Trambahn statt Autobahn ;-)

diese Meinung ist sowas von doof und weltfremd

Weil sie ihnen nicht passt?

ich kann nicht glauben, daß man wegen einer kurzen Stecke AB eine mögl. Koalition riskiert. Jeder wird zugestehen daß die AB, falls sie richtig dimensioniert wäre, Stau , Zeit und Abgase in Grenzen würde halten würde. Frührer oder später kommt sie sowieso. Wichtiger finde ich eine Betrachtunjg von Kinder- und Altersarmut...Renten vs. Pansionsansprüchen... Mindestlohn... Scheint kein Thema zu sein...Bürokratieabau...? MfG JS

Lenk doch nicht ab, Gastjoh. Es geht nicht darum, ob die A 100 sinnvoll ist oder nicht, sondern darum, dass die "Grünen" vor der Wahl heilige Eide geschworen haben, sie würden der A 100 niemals zustimmen und dass sie sich nach der Wahl offen als das outen, was sie schon lange sind: Lügner und Wahlbetrüger, pardon: LügnerInnen und WahlbetrügerInnen.

@ J.C.P >: Lügner und Wahlbetrüger, pardon: LügnerInnen und WahlbetrügerInnen< Nur mal so, nenne mir bitte eine Partei die das nicht tut. Wenn es ohne Kompromiss hätte gehen sollen, dann hätten eben noch mehr Wähler Grün wählen müssen. Es wurde aber eben nicht genug Grün gewählt, sondern letztendlich eine Koalition aus SPD und Grüne. Das wollten die Wähler nun mal so haben. Der Kompromiss ist eben das, was die Bürger letztendlich gewählt haben und wollen, und nicht unbedingt das, was die Grünen gerne gehabt hätten. Oder was glaubst Du kommt aus einen Topf heraus in den man" für A100" und "gegen A100" wirft. Es kommt dabei ein Kompromiss heraus, ist doch klar! Ich finde den Kompromiss notwendig und vorerst mal gut! Von Lügen und Wahlbetrug kann daher meiner Meinung nach keine Rede sein.

@ G.A.S.T. ...."Nur mal so, nenne mir bitte eine Partei die das nicht tut." Was willst du damit sagen? Weil die anderen lügen und betrügen, sollen die Grünen das auch dürfen? Zudem hat es im letzten Wahlkampf keine Partei gegeben, die sich in einer Sache so klar und deutlich positioniert hat wie die Grünen zur A 100. Die Grünen werden es sich gefallen lassen müssen, mit dem Maß gemessen zu werden, dass sie selber angelegt haben.....[ABSATZ] ....Es gibt Dinge, da sind Kompromisse von der Sache her unmöglich, da muss man sich auf eine Alternative festlegen, ob man will oder nicht. Die A 100 gehört dazu. Entweder, das Ding wird gebaut, oder es wird nicht gebaut. Dazwischen gibt es ebensowenig einen "Kompromiss" wie zwischen der Möglichkeit "Hinrichtung oder Begnadigung". Und wenn die Grünen vor der Wahl großmäulig ankündigen: "Wir werden keinen Koalitionsvertrag machen, der den Bau der A 100 vorsieht und wenn Herr Wowereit sie bauen will, dann soll er das mit der CDU machen.", dann haben sie jetzt zwei Möglichkeiten: entweder diese Ankündigung 1:1 umzusetzen, oder sich als das bezeichen zu lassen, was sie sind: Lügner und Wahlbetrüger.

@ J.C.P. >dann haben sie jetzt zwei Möglichkeiten: entweder diese Ankündigung 1:1 umzusetzen, ... Das hieße aber, die A100 wird mit Sicherheit gebaut. Aber genau dies wollen die Grünen ja eben nicht. Also, was bleibt ihnen denn anderes übrig. Alles Andere würde mit 100% Sicherheit zum Bau der A100 führen, und genau das soll ja verhindert werden! Sag mal, wie Naiv bist Du eigentlich ....?

Wie naiv bist DU eigentlich, wenn du glaubst, der "Kompromiss" würde NICHT mit 100%iger Sicherheit zum Bau der A 100 führen?

Auf jeden Fall nicht mit Rot/Grün, und nur mit Schwarzwasweißich ;)

So schnell wäre ich mit dem Urteil "WahlbetrügerInnen" nicht. Bis jetzt ist der Koalitionsvertrag noch nicht unterzeichnet. Noch besteht die Möglichkeit, dass die Grünen die Koalitionsverhandlungen abbrechen und in die Opposition gehen. Das wäre konsequent und würde den Wahlversprechen entsprechen. Warten wir es ab wie sich die Grünen enscheiden.

@ wolf.... "Noch besteht die Möglichkeit, dass die Grünen die Koalitionsverhandlungen abbrechen und in die Opposition gehen." ....[ABSATZ].... Klar, diese Möglichkeit besteht. Ebenso wie die Möglichkeit, dass der Papst zum Islam übertritt. Wobei letztere Möglichkeit um einiges realitätsnäher ist.....[ABSATZ] ....Es hat sich am Beispiel A 100 wieder einmal gezeigt, dass es für Gegner ökologisch fragwürdiger Großprojekte keine gefährlicheren Feinde gibt, als angeblich gleichgesinnte Grüne, die nach Regierungsposten gieren.

Hallo J.C.P.! Na, was habe ich gesagt? Die Grünen blieben standhaft und haben genau das getan, was sie den Bürgern vor der Wahl versprochen haben: Für eine Verlängerung der A100 stehen die Grünen nicht zur Verfügung. Das ist eine konsequente Haltung, die ich für gut halte - genau dadurch werden die Grünen glaubwürdig.

Lieber J.C.P., ich kann deine Verärgerung über die grüne Wankelmütigkeit verstehen. Dennoch: Polemik (Papst konvertiert zum Islam) bringt wirklich nichts, außer einer vergifteten Atmosphäre. Die Befürchtung, die du in deinem letzten Satz äußerst, teile ich. Trotzdem warte ich mit meiner Einlassung bis zu dem Zeitpunkt, an dem unverrückbar feststeht ob die Grünen ihr Wahlversprechen gebrochen haben - sprich: ob die A100 (egal zu welchem Zeitpunkt) mit grüner Billigung gebaut wird oder eben nicht. Warten wir doch bis nächste Woche ab bis feststeht ob die SPD der Verlängerung der A100 eine endgültige Absage erteilt, oder ob sich die Grünen konsequenter Weise auf die Oppositionsbank setzen.

Der in den Vorverhandlungen beschlossene Kompromiss ist keiner - wie sich ja jetzt auch mit dieser neuerlichen Erklärung zum Nicht-Weiterbau herausstellt. Entweder Ihr wolltet Euren Wählern ein x für ein u vormachen, oder Wowereit. Da gibts nur eins: nochmal neu verhandeln und sich in dem Punkt nicht über den Tisch ziehen lassen. Kompromisse müssen sein, aber dafür sucht man sich besser kompromissfähige Themen. Die SPD braucht den Bau der A100 nicht, ihre Wähler haben die Partei nicht gewählt, um die Autobahn garantiert zu bekommen. die Grünen brauchen, dass sie nicht gebaut wird, ihre Wähler haben das Nein zur A100 gewählt. Sich hier von nicht zu erwartenden Etateinstellungen oder von einem konservativen Bundesverkehrsminister abhängig zu machen ist eine Beleidigung Eurer Wähler. Wenn Wowereit sein politisches Schicksal damit verknüpft, dann ist Euer politisches Schicksal 100 mal mehr damit verbunden. Sicher wäre es bitter, wenn das eine SPD-CDU Regierung bedeuten würde, aber welchen Einfluß könnt Ihr erwarten, welche anderen, noch wichtigeren Punkte als ein Kernprojekt der Verkehrsinfrastruktur könnte es geben, wo Wowereit Euch nicht vorführen wird? Insofern hoffe ich, dass die jetztige Erklärung Ernst gemeint ist und wieder Deckungsgleichheit mit der Aussage von vor der Wahl besteht. Auch ich wünsche mir eine Rot-Grüne Regierung in Berlin, aber nicht um jeden Preis. Achja: und ja, auch ich wünsche mir die Möglichkeit, die Absätze in den Kommentarfeldern zu erhalten. Da schaut einfach, ob Ihr nicht mit Eurer Webagentur nochmal nachverhandeln könnt - ist sicher ein Klax gegen dass, was sonst noch an Verhandlungen kommt.

Nein, werte Pola, ich meine einen lächerlichen Selbstbeweihräucherungsartikel, in dem ihr euren tollen "Erfolg" bei den Sondierungsgesprächen hinausposaunt habt und wo der "Kompromiss" in Sachen A 100 wörtlich wiedergegeben wird.Ich habe besagten "Kompromiss" rein vorsorglich kopiert und stelle ihn hier noch mal rein. [EURE PRIMITIVE KOMMENTARFUNKTION LÄSST IMMER NOCH KEINE ABSÄTZE ZU] Er lautet:[ Zitat]"Das Projekt 16. Bauabschnitt der BAB 100 wird nicht grundsätzlich aufgegeben. Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein, dass die Umwidmung der Bundesmittel ermöglicht wird. Der Bau erfolgt nicht, wenn die investiven Bundesmittel in Infrastrukturmaßnahmen in Berlin umgewidmet werden können. Für den Bundesverkehrswegeplan 2015 wird ein zusätzliches Projekt angemeldet."[Ende Zitat][ABSATZ] Ein Dokument, das nicht nur ausgesprochen deutlich zeigt, dass euer ganzes "A100-niemals-mit-uns-Gewäsch" im Wahlkampf nichts als Lug und Trug war, sondern auch, dass euer neues Statement von wegen "Wir werden keinem Koalitionsvertrag zustimmen, der den Weiterbau der A100 festschreibt" nichts weiter ist, als eine Ansammlung dumm-dreister Lügen, mit denen ihr euer jämmerliches Scheitern bei den Sondierungsgesprächen kaschieren wollt. Kein Wunder, dass ihr versucht, diese Peinlichkeit mit Selbstzensur aus der Welt zu schaffen. Ihr habt offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass das Netz nichts vergisst. Auch dazu könnten euch die Piraten wertvollen Nachhilfeunterricht erteilen, wenn ihr sie höflich darum bittet.[ABSATZ] Es war doch wohl schon vor der Wahl absolut klar, dass die A 100 gebaut wird - und zwar mit grüner Zustimmung. Wahlversprechen, die nicht das Papier wert sind, auf dem sie hingeschmiert wurden, sind schließlich schon beinahe so was, wie eine grüne Tradition. Kraftwerk Moorburg in Hamburg, Hochmoselbrücke in Rheinland-Pfalz, Stuttgart 21 - und jetzt halt auch noch die A 100.

Lieber J.C.P., meinst Du den Brief der Landesvorsitzenden an die Mitglieder? http://gruene-berlin.de/offener-brief-der-landesvorsitzenden-die-mitglieder Der ist noch genauso verfügbar wie vor ein paar Tagen. Wir haben mit dem obigen Artikel auf die Kritik von Bundesverkehrsminister Ramsauer und auf die neuesten Ereignisse reagiert. Wir legen die Karten auf den Tisch und verhandeln offen und konsequent mit der SPD - wenn die Koalitionsverhandlungen morgen auf der Landesdelegiertenkonferenz beschlossen werden. Und es geht darum, das Beste für Berlin rauszuholen.

Was für eine Augenwischerei! Die Umwidmung wird es (natürlich) nicht geben, der A100-Bau wird erst verschoben und dann doch stattfinden. Ich bereue jetzt schon, dass ich vor drei Wochen grün gewählt habe, und damit stehe ich in meinem Umfeld nicht allein da. Beim nächsten Mal dann lieber die Piraten!

Wo ist eigentlich der Original-Wortlaut von eurem tollen "Kompromiss" geblieben, der gestern noch auf eurer website nachzulesen war? Habt ihr ihn weggenommen, damit man das Lügengespinst eures neuen Propagandabeitrages nicht gleich durchschauen kann? Und warum ist es nicht möglich, hier Absätze in den Text zu machen? Vielleicht solltet ihr mal Nachhilfe bei den Piraten nehmen, damit die euch zeigen, wie man eine Kommentarfunktion mit html einrichtet.

Dazu sag ick nur: http://kiekste.wordpress.com/2011/09/27/hinter-den-schuldenbergen/ und: http://kiekste.wordpress.com/2011/09/28/matt/

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