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Mehr Tram wagen!


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Die Passanten schauten nicht schlecht, als plötzlich statt des üblichen Verkehrschaos’ eine Tram-Attrappe mitten durch die Hauptstraße in Tempelhof-Schöneberg rollte, an Bord die Grüne Spitzenkandidatin Renate Künast und der Verkehrsexperte Michael Cramer, begleitet von weiteren Bundestagskandidaten.
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„Ne Straßenbahn im Westen? Dit jibst doch nur Osten“ wurden die Grünen Tram-Bahnfahrer mehr als einmal gefragt. Richtig, seit die Stadt mit der Mauer geteilt wurde, verlor West-Berlin auch seine Straßenbahnen, die heute Tram heißen.
Doch genau das wollen Bündnis 90/Die Grünen ändern. Denn die Tram bietet viele Vorteile gegenüber U-Bahn, S-Bahn und Bus: Sie kostet weniger Geld als der Bau von U-Bahn-Linien, steht im Gegensatz zu Bussen nicht im Stau und ist deutlich zuverlässiger als die von der Deutschen Bahn betriebene S-Bahn, was die BerlinerInnen in den letzten Wochen wieder schmerzlich lernen musste.
Deshalb wollen die Grünen eine Tram von Steglitz, durch Tempelhof-Schöneberg und Mitte, bis zum Alexanderplatz bauen.
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Während einige Autofahrer- Innen wegen des kurzfristigen Staus der Aktion schimpften, gab es am Straßenrand immer wieder Applaus.
„Das ist doch mal eine schöne Aktion. Da wird nicht nur geredet, das kann ich mir auch richtig angucken und vorstellen“ sagte eine Geschäftsfrau am Kaiser-Wilhelm-Platz.
Fragen hatten sie und viele andere aber auch. Warum ist die Tram besser als der Bus? Fahren denn dann keine Busse mehr? Was kostet das? Ist überhaupt Platz für eine Tram auf der schmalen Straße? Und so hatten Renate und die anderen Wahlkämpfer jede Menge zu erklären und zu diskutieren.
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Auf einem Großteil der Strecke könnte die Tram auf dem Grünstreifen in der Mitte der Straße fahren und würde den Verkehr nicht behindern. Und die Kosten? Würden zwischen 110 und 130 Millionen Euro liegen. Viel Geld. Aber trotzdem weniger, als die Alternativen kosten.
Denn die BVG könnte dafür 29 Busse einsparen und gleichzeitig mehr Personen befördern, weil ich die Tram mehr Leute als in den Bus passen. Das Stehen und Quetschen wäre damit vorbei. Und Zeit würde es auch noch sparen, denn die Tram steht im Gegensatz zu Bussen nicht im Stau und würde so die Fahrwege für die bisherigen Bus-NutzerInnen stark verkürzen.
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Eine neue U-Bahnlinie fällt als Alternative aus - sie würde mehr als 20 mal so viel wie die Tram kosten.
Zum Vergleich: Der Bau der von den BerlinerInnen genannten „Stummel-U-Bahn“ vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof kostet für ganze drei U-Bahn-Stationen immerhin 250 Millionen Euro und soll pro Tag bis zu 6400 Gäste befördern. Dagegen wäre die von uns geforderte Tram eine echte Entlastung für die BürgerInnen, die BVG und die öffentliche Kasse.
Also eine runde Sache. Jetzt heißt es nur noch, für diese Forderung Druck beim Senat zu machen, damit er das Projekt endlich auf die Schiene bringt.
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Fotos: Heinz Jirout, Djuke Nickelsen



















