8. Kapitel: Geschlechtergerechtes Berlin

Wir treten für eine Stadt ein, in der Frauen und Männer die gleichen Chancen haben und auf Augenhöhe miteinander umgehen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Grundrecht, in Berlin jedoch in vielen Fällen noch ein uneingelöstes Versprechen. Ob beim Einkommen, bei den Karrierechancen oder bei der doppelten Belastung mit Familie und Beruf: Auf allen Ebenen gibt es Blockaden, die – teils sichtbar, teils unsichtbar – einer geschlechtergerechten Realität entgegen stehen. Diese Blockaden müssen wir ein für alle Mal überwinden!

Gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Frauen und Männer müssen auf dem Arbeitsmarkt gleichgestellt sein. Das bedeutet gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Das bedeutet familienfreundliche und flexible Arbeitsstrukturen, die Männern wie Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Das bedeutet auch, dass Mädchen und Jungen gezielt über Berufsbilder informiert werden sollen, die nicht dem traditionellen Berufswahlverhalten entsprechen.

Schutz vor Gewalt
EINE STADT FÜR ALLE gibt es nur, wenn wir Gewalt gegen Frauen und Mädchen konsequent bekämpfen, Zwangs-Ehen nicht dulden und Frauenhandel und Zwangsprostitution in unserer Stadt bekämpfen.

Geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung
Wir müssen in der Gesundheitsversorgung den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern Rechnung tragen – unabhängig von ihrer finanziellen Situation, Lebenslage oder Herkunft. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch ein selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Körper. Und zwar für alle: für Frauen, für Mädchen, für transidente und intersexuelle Menschen.

Frauen in der Politik, Wirtschaft und Verwaltung
Berlin kann es sich nicht leisten, das halbe Potenzial der Stadt ungenutzt zu lassen: Frauen müssen an die Spitze! Darum setzen wir uns für verbindliche Geschlechterquoten in der Politik, der Wirtschaft und der Verwaltung ein. Wir sind sicher: Quotierungen bewirken zusammen mit weiteren politischen Maßnahmen langfristig eine Veränderung in den Köpfen der Menschen.

Neue Männer braucht die Stadt
Traditionelle Geschlechterrollen lösen sich immer mehr auf. Das männliche Idealbild ist längst nicht mehr der heterosexuelle Alleinernährer. Wir wollen auch hier Vielfalt unterstützen und kein Lebensmodell privilegieren: Jeder Mann soll die Wahl haben, seine Rolle jenseits von Stereotypen für sich zu definieren.

 

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